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 Erdbeben mit Tsnumami

 





 
Verheerendes Erdbeben nur Vorbote für 2012?

Untergangsstimmung in Japan: Erst bebt die Erde, dann verwüstet ein riesiger Tsunami weite Teile Japans – und zerstört unter anderem Kernkraftwerke. Jetzt ist die Angst noch größer: Die Kernschmelze droht – kommt sie zu Stande, droht Japan eine noch viel größere Katastrophe – möglicherweise auch für die gesamte Erde? Weltuntergang.cc erklärt, wie es zum Unfall kommen konnte, was noch passieren wird und welche Konsequenzen drohen.

Japan gilt als krisenerprobtes Land, was Naturkatastrophen angeht: Die pazifische und nordamerikanische Platte treffen auf dem Staatsgebiet Japans zusammen – kommt es zu einer plötzlichen Überschiebung solcher tektonischer Platten, entstehen Erdbeben. In Ländern, die auf solch kritischen Plattenkonstrukten liegen, kommt es naturgemäß wesentlich häufiger zu Unfällen dieser Art – weshalb Deutschland von starken Beben meist verschont bleibt: Hier gibt es keine ungewöhnlichen, tektonischen Bewegungen. Dadurch sind Naturkatastrophen in Japan keine Seltenheit – der Staat und seine Mitbürger sind daher entsprechend gut auf solche Situationen vorbereitet; bereits im Kindesalter werden Japaner zu ruhigem und richtigem Verhalten in Erdbebensituationen erzogen. Auch stärkste Erschütterungen sind den Japanern bekannt: So kam es 1995 zu einem Erdbeben der Stärke 6,9 – und forderte annähernd 6.500 Todesopfer. Diese Katastrophe, historisch bekannt als Kobe-Beben, wurde deutlich überboten, als es am 11. März 2011 gegen 6.50 MEZ in der japanischen Region Tohoku zu einem schweren Erdbeben der Stärke 9,0 kam – auf einer Richterskala, bei der der letzte Messstrich die Stärke 10,0 markiert. Alle Beben darüber gelten als globale Katastrophe ungeahnten Ausmaßes – alleine deshalb, weil noch nie eine solche Erschütterung gemessen wurde. Doch schon dieses Beben gilt als das Stärkste in Japan je gemessene – und hat noch wesentlich schlimmere Folgen, weil es sich im Meer vor der Küste Japans ereignete. Dies führte unweigerlich zum Tsunami, also zu einer ungewöhnlich hohen Flutwelle, die aufs Festland übertritt und Zerstörung anrichtet – so beispielsweise an Weihnachten 2004 in Thailand geschehen. Für Japan bedeutete dies die größte bekannte Tsunamikatastrophe seit mehr als 1.000 Jahren. Die gesamte Nordostküste der Honshu-Insel ist von dieser Katastrophe betroffen; die Welle fraß sich ihren Weg etwa zehn Kilometer ins Land hinein auf einem mehrere hunderte Kilometer langem Gürtel. Ein harter Schicksalsschlag für Japan: Das starke Erdbeben zeigte Folgen bis hin nach Tokio, obwohl die Stadt rund 370 Kilometer vom Epizentrum entfernt ist; der Tsunami tat sein übriges. Durch das Erdbeben kamen dabei verhältnismäßig wenige Menschen ums Leben, wohl aber durch den Tsunami: Gerechnet wird zur Zeit mit weit mehr als 10.000 Opfern; 400.000 Menschen mussten evakuiert werden, die Anzahl der vermissten Personen ist kaum ermittelbar.

Kettenreaktion: Erst Erdbeben, dann Tsunami und die Zerstörung der Kernkraftwerke

Der Tsunami wiederum trieb die Verkettung katastrophaler Umstände noch voran: Nicht nur ganze Landstriche, die Heimat vieler Tausend Menschen und ein Teil einer Landesidentität wurden zerstört. Im unmittelbaren Katastrophenbereich steht in Okuma (Präfekt Fukushima) ein großes Kernkraftwerk, dass zunächst in Folge des Erdbebens vorsichtshalber abgeschaltet wurde.  In dem aus sechs Blöcken bestehenden Kraftwerk waren drei Bereiche aus Wartungsgründen abgeschaltet, die weiteren drei Bereiche wurden heruntergefahren. Kernkraftwerke erzeugen Energie durch die Nutzung massiv entstehender Wärme und Dämpfe die aus der Spaltung von radioaktivem Material, beispielsweise Strontium oder Plutonium, entstehen. Diese Reaktion muss unter genauer Kontrolle stattfinden, die Reaktoren stets gekühlt werden – geschieht dies nicht, kommt es zu einer unkontrollierbaren Wärmeentwicklung, in deren Folge das radioaktive Material schmelzen kann – im Volksmund ist dieser Vorgang als Kernschmelze bekannt und führte vor fast 25 Jahren zur Atomkatastrophe in Tschernobyl. Die Hergänge in Fukushima und Tschernobyl unterscheiden sich zwar deutlich, die Konsequenz könnte aber von ähnlichem Ausmaße sein: Es steht nicht weniger zu erwarten als die atomare Vernichtung einer ganzen Region, zu der in diesem Fall auch Tokio gehören würde – im Falle einer umfangreichen Kernschmelze würde die Evakuierung von mehr als 30 Millionen Menschen notwendig werden, um diese vor schwerer Strahlenkrankheit zu schützen – wahrscheinlich eine nicht lösbare Aufgabe, auch nicht für eine Atommacht wie Japan, die bis dahin als technischer Musterschüler galt.

Stromausfall legt Kraftwerk lahm, nicht ausreichende Sicherungssysteme führen zur Katastrophe

Weil der Strom im Kernkraftwerk ausfiel, schalteten auch die Kühlsysteme ab. In diesem Moment greifen Notstromaggregate und Dieselmotoren, die den Kühlkreislauf aufrecht erhalten sollen – allerdings nur dann, wenn sie ausreichend funktionieren und genug Leistung sicherstellen. Offensichtlich war das in Fukushima nicht der Fall – auch die Notsysteme fielen aus. Das Kühlwasser verdampfte als Reaktion auf die Hitze, Teile der Brennstäbe lagen frei von Wasser, während sich im Reaktor enormer Druck aufbaute. Darauf kam es zu einer Explosion im Reaktor, die das Dach – die Bilder sind um die ganze Welt gegangen – absprengte. Ursache hierfür: Wegen der enormen Hitze wurde das Wasser an den Brennstäben zu Wasserstoff und Sauerstoff gespalten; es kam zu einer Reaktion beider Stoffe, die zu der gewaltigen Explosion führte. Bereits zu diesem Zeitpunkt begannen die Spekulationen um eine eintretende Kernschmelze, welche jedoch durch die verantwortlichen japanischen Stellen dementiert wurde. Ob der Ernstfall eingetreten ist oder nicht, ist auch wegen der nebulösen Informationspolitik der japanischen Regierung noch unklar – diese schließt inzwischen jedoch nichts mehr aus; viele Experten halten die Kernschmelze für wahrscheinlich. Dies wäre der größtanzunehmende Unfall, auch als GAU bezeichnet. Von hier an überschlagen sich die Ereignisse: Es kommt im Laufe der letzten Tagen zu mehreren, weiteren Explosionen im Kernkraftwerk, erneut fallen weiter Kühlsysteme aus – eine Kernschmelze ist jetzt nicht mehr nur noch möglich, sondern sogar hochwahrscheinlich. Zwischenzeitlich hat die japanische Regierung den Umkreis 20 Kilometer um das Kraftwerk herum evakuiert und verteilt an die Bevölkerung Jodtabletten – diese übersättigen die Bauchspeicheldrüse und schützen den Menschen damit vor radioaktiver Einstrahlung zumindest im Bauchspeicheldrüsenbereich.  Es bleiben viele Fragezeichen: Unklar ist, ob es tatsächlich zur Kernschmelze kam – tatsächlich liegt jedoch die Brennstäbe eines Reaktors vollkommen und ohne jegliche Verkleidung freistehend; eine Situation, die als äußerst bedenklich eingestuft wird. Die Strahlenbelastung im Umfeld hat alle Grenzwerte überschritten, die Zeichen deuten auf einen GAU. Ändert sich wie prognostiziert in den nächsten Tagen die Windrichtung, so könnte eine Katastrophe von biblischem Ausmaß seinen Lauf nehmen: Dann wären die Einwohner der Großraumregion Tokio von massiver Strahlung betroffen. Eine Evakuierung wäre logistisch wohl nicht lösbar. Was bliebe wäre eine Katastrophe, die die Ereignisse von Tschernobyl förmlich in den Schatten stellt und ein ganzes Land vor den definitiven Abgrund stellt. Bereits jetzt werden die wirtschaftlichen Schäden im Land in dreistelliger Milliardenhöhe geschätzt – menschliche Schäden nicht berücksichtigt.

Folgen für Deutschland: Aussetzung der Laufzeitverlängerung

Auf der ganzen Welt und in Deutschland macht sich nun die Angst vor weiteren Unfällen breit. Während Staaten wie Polen ankündigten, an ihrem Atomprogramm festhalten zu wollen – hier ist ein Kraftwerksbau für 2016 geplant – hat Bundeskanzlerin Angela Merkel mittels Moratorium für mindestens drei Monate die Verlängerung der Laufzeiten für Kernkraftwerke ausgesetzt. Für ältere Kernkraftwerke bedeutet dass die sofortige Abschaltung, da diese nach dem alten Atomkompromiss in diesem Jahr vom Netz gegangen wären – so wird es vermutlich die Kraftwerke Neckarwestheim und Isar I treffen. Neckarwestheim ist bereits 35 Jahre alt – und auch dem alternden AKW Biblis A wird es an den Kragen gehen; es soll jedoch ohnehin für acht Monate vom Netz genommen werden. Die Entscheidung folgt auf die plötzlich reale Bedrohung eines großen, atomaren Unfalles in Deutschland: Die Reaktoren verfügen meist über die gleiche Bauweise wie die der Unglückskraftwerke in Japan; sie gelten als sicher, könnten großen Naturkatastrophen, Flugzeugabstürzen oder Terroranschlägen wahrscheinlich aber nicht stand halten – angesichts der flächenmäßig geringen Größe Deutschlands würde ein GAU vollkommen vernichtende Folgen für das Land haben.

In Japan kam es derweil erneut zu starken Nachbeben; auch eine weitere Tsunamiwarnung wurde ausgesprochen. Die Wucht der Naturkatastrophen wird immer deutlicher, der GAU steht – in Japan – offensichtlich unabwendbar vor der Bevölkerung. Dies könnte auch für die gesamte Welt Folgen haben; je nach Windrichtung kann die massive radioaktive Strahlung über China und Russland nach Europa ziehen, so wie es damals beim Tschernobylunfall geschah. Damals wurden die Folgen spürbar: So waren es beispielsweise Pilze, die man aufgrund starker Strahlenbelastung besser für einige Zeit nicht genießen sollte (oder konnte).

Die Erde hat sich wegen des Bebens um zwei Meter verschoben – auch das könnte gefährliche, geografische Folgen haben. Vieles ist unklar, einiges jedoch nicht: Die große Katastrophe ist noch nicht ausgestanden.

Ein Artikel von Weltuntergang.cc © 2011

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