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Infektionskrankheiten
verbreiten sich über die ganze Welt -
realistisch?
Von einer Pandemie
wird dann gesprochen, wenn die Erkrankung, die
Schaden anrichtet, nicht räumlich beschränkt,
also womöglich auch weltweit, auftritt. Dass
eine Infektionskrankheit, die lokal begrenz an
einem Ort ausbricht, sich im Extremfall auch
weltweit verbreitet, liegt insbesondere an
Reisen: Menschen aus betroffenen Gebieten können
die infizierenden Viren oder Bakterien
verschleppen und zu einem Krankheitsausbruch in
anderen Teilen der Welt führen. Eine Pandemie
beginnt damit immer erst als Epidemie, also als
eine Krankheitsverbreitung, die zunächst lokal
beschränkt ist. Das bekannteste Beispiel hierfür
ist die Pest, die in verschiedenen Epidemien,
aber auch in einer Pandemie vielen Menschen das
Leben kostete – in der zweiten Pestpandemie von
1347 bis 1452 kamen dabei sogar 25 Millionen
Menschen ums Leben. Wäre es in der Vergangenheit
dazu gekommen, dass einige Menschen diese
Krankheit in andere Regionen der Welt
verschleppen, so entstünde die realistische
Gefahr einer Pandemie: Durch die Ansteckung auch
in anderen Weltteilen würde dann das Risiko
steigen, dass die Krankheit sich weltweit
verbreitet. Die Folge: Unkontrollierbare
Krankheitsausbrüche weltweit, deren Masse
womöglich nicht mehr zu kontrollieren wäre. Denn
mit jedem Erkrankten steigt auch die
Wahrscheinlichkeit, dass noch mehr Menschen sich
anstecken. Damals wie heute eine gefährliche
Situation, die nur durch geschicktes
Krisenmanagement zu lösen wäre.
Heute gilt zwar die
Pest nicht mehr als die große Gefahr, dafür gibt
es aber andere Risiken. Die Angst vor einer
Influenzapandemie, also einer tödlichen Grippe,
ist groß. Durch Vögel übertragene Vogelgrippe
kann schnell weltweit ausbrechen, weil Zugvögel
die Krankheitserreger durch die ganze Welt
schleppen. Bisher blieb die große
Pandemiekatastrophe zwar aus, denkbar ist sie
insbesondere bei dieser Katastrophe trotzdem.
Problematisch werden könnte es insbesondere bei
der Versorgung mit Impfstoffen: Kommt es zum
schnellen Ausbruch einer Pandemie, bei der
millionenfach Menschen erkranken, kann davon
ausgegangen werden, dass nicht früh genug
ausreichende Impfstoffe bereitgestellt werden,
weil einfach nicht genug Medizin hergestellt
wurde. Je mehr Menschen also im Rahmen einer
Pandemie an der Influenza erkranken würden,
desto schwerer würde es, das Umgreifen der
Krankheit zu verhindern. Zwar wird es in Ländern
mit besonders hohen Standards wie es in Europa
in aller Regel der Fall ist, einfacher sein,
eine Infrastruktur zum Schutz der Bevölkerung
herzustellen. Dagegen kann aber befürchtet
werden, dass ärmere und schwächer entwickelte
Länder kaum dazu in der Lage wären, die
Krankheit zu bekämpfen.
Mit den Impfstoffen
wäre dabei noch längst nicht jedes Problem
geklärt. Mit zunehmender Anzahl an Erkrankungen
werden auch wesentlich mehr Krankenhausbetten
notwendig, bis die Kapazitäten überlastet sind.
Die medikamentöse Behandlung der Krankheit
könnte nur so lange fortgesetzt werden, wie
überhaupt ausreichend Medikamente zur Bekämpfung
der Krankheit vorhanden sind und auch die
Quarantäne der Erkrankten kann nur bis zu einer
bestimmten Personenanzahl funktionieren. Das
deutsche Robert-Koch-Institut geht beim Ausbruch
einer Vogelgrippe-Pandemie davon aus, dass etwa
21 Millionen Menschen ärztlich behandelt werden
müssten. Die Pandemie nicht überleben würden
nach der Prognose etwa 160.000 Menschen.
Inzwischen wurden Pharmakonzerne teils unter
staatlicher Förderung dazu verpflichtet,
zumindest ausreichend Kapazitäten vorzuhalten,
um im Notfall zügig die nötige Menge an
Medikamenten und Impfstoffen herzustellen.
In anderen Ländern
– dazu gehören unter anderem die Vereinigten
Staaten von Amerika und Australien – sehen die
Notfallpläne nicht nur medizinische Behandlung,
Impfung und Quarantäne vor, sondern auch die
Möglichkeit, die Landesgrenzen konsequent zu
schließen, um eine Weiterverbreitung oder ein
Einschleppen weiterer Erkrankungen zu
verhindern. In solch einem Fall dürften dann
weder Menschen in diese Länder ein-, noch
ausreisen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO
arbeitet allerdings ständig daran, einen Zustand
herzustellen, der es weltweit ermöglicht,
Pandemien zu verhindern. Ziel der Arbeit ist es,
sicherzustellen, dass schnell weltweit
ausreichend Impfstoffe hergestellt werden
können.
Die Gefahr einer
Pandemie beispielsweise durch Vogelgrippe ist
also durchaus realistisch – die Zerstörung der
gesamten Weltzivilisation ist aber eher
undenkbar. Zu rechnen wäre aber womöglich mit
Toten bis hin in den sechsstelligen Bereich. Ein
tatsächlich größeres Problem könnten plötzlich
auftretende, stark ansteckende Krankheiten sein,
die bisher noch nicht oder nur kaum bekannt sind
und nicht ausreichend erforscht wurden. Wenn die
bekannten medizinischen Methode und Medikamente
nicht im Stande dazu wären, eine unbekannte,
sich rasch verbreitende Krankheit zu bekämpfen,
könnte es tatsächlich zu ernsthaften Gefahren an
der Zivilisation kommen. In diesem Moment wäre
die Geschwindigkeit der Forschung gefragt.
Schlussendlich
bleibt eine weitere, gefährliche Variante: Der
bewusste Einsatz von Krankheitserregern zur
Tötung von Menschen. Als biologische Waffen
können Viren in Kriegen eingesetzt werden, als
besonders geeignet gelten Erreger für die
Pocken, Pest oder Milzbrand und neun weitere
Erkrankungen, die teils dazu in der Lage sind,
zu einer Sterblichkeitsrate von bis zu 100% zu
führen. Kämen solche Kriegswaffen zum Einsatz,
so würden sie zwar nur über einem bestimmten
Gebiet abgeworfen. Die Verbreitung einer
Erkrankung wäre aber dann nur schwer
aufzuhalten, was biologische Waffen zu
Massenvernichtungswaffen macht. Die Gefahr, die
Weltzivilisation an ihren Abgrund zu drängen,
wäre beim Einsatz von biologischen Waffen also
gegeben. Inzwischen forschen unter anderem die
Vereinigten Staaten sogar an Biowaffen, die
nicht tödlich sind, jedoch zu Erkrankungen
führen und an Waffen, die nur bestimmte Gene
angreifen, womit es möglich wäre, nur bestimmte
Volksgruppen anzugreifen.
Eine globale
Pandemie bleibt eine Gefahr für die Erde, die
vermutlich immer zu sehr vielen Todesopfern
führen würde. Ob deshalb die gesamte
Zivilisation untergeht, ist unklar – die Schäden
könnten dennoch immens hoch sein.
Ein Artikel von Weltuntergang.cc © 2011
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