| |
Alle
Fakten, Wahrscheinlichkeiten und Prognosen!
Die typische Vorstellung eines
Asteroideneinschlages sieht so aus: Ein oder
mehrere unermesslich große Gesteinsbrocken
schlagen auf der Erde ein; ihre Schlagkraft
reißt riesige Krater an vorher noch zivilisierte
Stellen und führt zur Zerstörung der Welt. Die
Thematik jedoch ist wesentlich komplexer, denn
eigentlich sind Asteroiden Objekte, die
Ähnlichkeit mit einem Stern haben, jedoch viel
kleiner sind und sich grundsätzlich in der
Umlaufbahn der Sonne befinden. Bereits im Wort
Asteroid, das aus dem griechischen stammt,
steckt die Ähnlichkeit zum Stern. Von diesen
Asteroiden, die – gemessen an der Sonne – sehr
klein sind und in ihrer Umlaufbahn schweben gibt
es mehr als 542.000 Stück. Das ist eine
unermesslich hohe Zahl – allerdings ist der
Großteil dieser Asteroiden schlicht
bedeutungslos, da sie einen Umfang von weit
weniger als 100 Kilometern haben. Groß für uns
Menschen; für unsere Planeten allerdings ein
Zwerg. Die wenigen Asteroiden, die weit größer
werden als 100 Kilometer entwickeln sich zu
Zwergplaneten, weil sie auf Grund ihres Umfanges
rund werden. Kleinere Asteroiden haben die
übliche, klumpenartige Form, wie sie die
Vorstellungen aus den bekannten Untergangsfilmen
erwecken. Einer der ersten Asteroiden wurde
dabei schon bereits um 1800 entdeckt – eher
zufällig, hielt doch der Wissenschaftliche
Giuseppe Piazzi ein Objekt, dass er sichtete,
für einen Kometen. Erst später stellte sich
heraus, dass Form und Umlaufbahn für einen
Kometen untypisch sind. Entdeckt war damit der
Asteroid, nach welchem nun mehr seit über 200
Jahren geforscht wird. Man geht heute davon aus,
alle Asteroiden, die weit größer sind als 100
Kilometer, entdeckt zu haben. Knapp 30 Stück
gibt es von ihnen, sodass von der großen Anzahl
aller Asteroiden am Ende nicht viel übrig
bleibt, was wirklich gefährlich werden kann.
Erdnahe
Asteroiden und Erdbahnkreuzer – die tatsächliche
Gefahr
Wirklich gefährlich
werden Asteroiden für Erde und Menschen
allerdings erst dann, wenn sie entweder statt in
der Umlaufbahn der Sonne in der Erdumlaufbahn
schweben oder beim Umkreisen der Sonne die
Erdbahn kreuzen. Ganz besonders die Möglichkeit
der Kreuzung mit der Erdbahn stellt eine Gefahr
da, die tatsächlich dazu führen kann, dass ein
Asteroid auf der Erde einschlägt. Um vor solchen
Ereignissen frühzeitig gewarnt zu sein, wird
inzwischen systematisch nach Asteroiden gesucht,
die sich in erdnaher Umlaufbahn befinden ebenso
wie nach Asteroiden gesucht wird, die die
Erdumlaufbahn kreuzen oder kreuzen könnten. In
unregelmäßigen Abständen sind Ergebnisse dieser
Beobachtungen den Nachrichten aus Zeitung,
Rundfunk und Fernsehen zu entnehmen, wenn
darüber berichtet wird, dass ein Asteroid in
einer Umlaufbahn fliegt, die zumindest
theoretisch zu einer Kollision mit der Erde
führen könnte. Die Überwachung funktioniert
jedoch nicht immer, was dazu führt, dass relativ
gefährliche Situationen erst spät bekannt
werden. So kam es unter anderem im März 2009
dazu, dass die Asteroiden 2009 DD45 und 2009 FH
in einer Entfernung von etwa 70.000 Kilometer an
der Erde vorbei flogen. Im konkreten Fall war
das nicht besonders gefährlich: Beide Asteroiden
hatten einen Umfang, der nicht größer als
fünfzig Meter war. Dass es in naher Zukunft zu
einem großen, die Zivilisation gefährdeten
Einschlag eines Asteroiden kommt, gilt zwar als
grundsätzlich unwahrscheinlich, allerdings kam
es in der Geschichte der Erde bereits zu
Einschlägen, die deutliche Wirkung zeigten: Der
Vredefort-Krater in Südafrika ist hierfür ein
Beispiel; in seinem Ursprung 320 Kilometer lang
und 18 Kilometer breit entstand er bei einem
Schlag vor etwa drei Milliarden Jahren. Für
Krater aus Einschläge, die mehrere Millionen
Jahre her sind, gibt es einige Beispiele und
selbst der jüngste bekannte Ort eines
Einschlages weist bereits ein Alter von 5.000
Jahren auf: Im südwestlichen Ägypten schlug zu
dem Zeitpunkt ein Meteorit – Meteoriten sind
asteroidähnliche Objekte, die allerdings noch
kleiner sind – ein und hinterließ einen 45 Meter
tiefen Krater.
Ist die Menschheit in Zukunft von
Asteroiden bedroht?
Zumindest was die
bisher erfolgten Messungen angeht, kann davon
ausgegangen werden, dass eine Weltbedrohung
durch einen Asteroideneinschlag in naher Zukunft
eher unwahrscheinlich ist. Dennoch verbleibt das
Risiko, dass ein Asteroid nicht früh genug
erkannt wird. Kleinste Einschläge von sehr
kleinen Flugkörpern stellen jedoch kaum eine
Gefahr dar.
Astronomen
prognostizieren jedoch das Eintreten von zwei
Ereignissen: So wird im April 2029 der Asteroid
(99942) Apophis die Erde in einem Abstand von
30.000 Kilometern passieren, was ungewöhnlich
nah ist, jedoch auch keine nennenswerte Gefahr
darstellt. Die tatsächliche Wahrscheinlichkeit
einer Asteroidenkatastrophe besteht jedoch für
das Jahr 2880: Dann soll der Asteroid (29075)
1950 DA in sehr nahe Umlaufbahn mit der Erde
geraten. Der Flugkörper mit Umfang von 1,1
Kilometer könnte dann mit der Erde kollidieren –
die Wahrscheinlichkeit dafür liegt allerdings
bei lediglich 0,33%.
So bleibt
anzumerken, dass eine ernsthafte Gefahr von
Asteroiden zur Zeit und in der Zukunft wohl
nicht ausgehen wird – unangenehme Überraschungen
gibt es allerdings immer wieder. Um jedoch die
gesamte Welt zum Untergang zu bringen müsste es
entweder einen Asteroidenregen von großem Ausmaß
oder einen Riesenasteroiden geben, dessen
Einschlag die Erde in großer Fläche zerstört. Es
ist nicht unmöglich, steht jedoch auch nicht zu
erwarten. Sollte es jedoch tatsächlich zu
gefährlichen Situationen kommen, haben
Raumforscher bereits mögliche Abwehrmechanismen
entwickelt. Als gängigste Idee gilt dabei –
diese Methode wird zum Beispiel durch die NASA
präferiert – das Zünden einer Atombombe in der
Nähe des Asteroiden. Ein ähnliches Szenario war
auch im Film Armageddon zu sehen, wo allerdings
der Sprengkörper auf dem Asteroiden platziert
wurde. Als gefährlich gilt die nukleare Methode
deshalb, weil sie dazu führen könnte, dass das
Objekt in Stücke zerfällt, die dann dennoch auf
die Erde abfallen. Das eigentliche Ziel –
nämlich die Umleitung der Umlaufbahn durch die
Explosion – wäre damit verfehlt. Andere Ideen
sehen vor, einen Asteroiden mit Raketen
wegzuschieben oder ihn mittels Sonnenstrahlung
durch überdimensional große Spiegel aus der
Laubahn zu schieben. All das sind – mehr oder
weniger – realistische Optionen, eine Gefahr
abzuwenden. Sie können jedoch nur dann greifen,
wenn die Weltraumforschung die Gefahren früh
genug und viele Jahre vorher entdeckt.
Andernfalls könnte es auch dafür zu knapp
werden. Es bleibt also der Glaube an die
Wissenschaft.
Ein Artikel von Weltuntergang.cc © 2011
|
|